Kapitel 5/12 – Verantwortung ist keine Jahreszeit

Die meisten Menschen warten auf bessere Zeiten. Andere nutzen die Zeit, die sie haben. Fünf Monate des Jahres liegen bereits hinter uns. Für manche ist das lediglich eine Zahl im Kalender. Für andere ein guter Zeitpunkt, ehrlich Bilanz zu ziehen. Nicht darüber, was man sich vorgenommen hat, sondern darüber, was tatsächlich umgesetzt wurde.

Wir leben in einer Zeit voller Herausforderungen. Gesellschaftliche Spannungen nehmen zu, internationale Krisen prägen die Nachrichten und viele Entwicklungen geben Anlass zur Sorge. Gleichzeitig war die Zahl der Möglichkeiten, selbst etwas zu bewegen, vermutlich selten größer als heute. Die entscheidende Frage, die ich mir stelle lautet deshalb nicht, welche Probleme vor uns liegen. Sie lautet, welchen Beitrag jeder Einzelne bereit ist zu leisten.

Der Mai hat mich erneut daran erinnert, dass Fortschritt selten durch große Worte entsteht. Er entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln, bereit sind, an ihren Zielen festzuhalten und Reichweite entfalten. Der folgende Rückblick ist deshalb weniger eine Auflistung von Terminen als eine persönliche Standortbestimmung in den Bereichen Beruf, Ehrenamt und Familie und eine Gelegenheit, mich bei meinem Followern für über 100.000 Leser in den letzten Monaten zu bedanken.

BERUFLICH / DIENSTLICH

Der Mai war geprägt von Projekten, die sich deutlich positiver entwickelt haben als ursprünglich erwartet. Viele Vorhaben, die zu Jahresbeginn noch ambitioniert erschienen, nehmen inzwischen konkrete Formen an. Neue Kontakte, belastbare Kooperationen und zahlreiche Gespräche haben dazu beigetragen, Ideen in konkrete Schritte zu überführen. Besonders deutlich wurde mir dabei erneut, wie wichtig belastbare und weitreichende Netzwerke und vertrauensvolle Zusammenarbeit sind. Erfolg ist selten eine Einzelleistung. Hinter nahezu jedem sichtbaren Ergebnis stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Eine weitere kleine Wegmarke war zudem die erfolgreiche Verlängerung meiner Trainerlizenz. Für mich ist sie mehr als eine formale Qualifikation. Sie steht für den Anspruch, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch künftig Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten an andere weiterzugeben. In diesem Zusammenhang freut mich auch, dass sich die Resonanz auf meine Veröffentlichungen und Vorträge erfreulich entwickelt. Die Themen Sicherheit, Resilienz, Führung und interkulturelle Kompetenz bewegen viele Menschen. Aufmerksamkeit ist dabei kein Selbstzweck. Sie wird erst dann wertvoll, wenn sie Orientierung gibt und andere motiviert, selbst aktiv zu werden.

IN VEREINEN

Das ehrenamtliche Engagement gehört weiterhin zu den Bereichen meines Lebens, die mir besonders viel Motivation geben. Gerade in bewegten Zeiten zeigt sich, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht durch Appelle entsteht, sondern durch Taten. Der Mai stand für mich stark im Zeichen der positiven Nachwirkungen der Liebenberg-Konferenz. Die dort geknüpften Kontakte und entwickelten Ideen wirken weit über diese Veranstaltung hinaus und eröffnen neue Möglichkeiten für Kooperationen und gemeinsame Projekte.

Auch die Entwicklung sowohl meiner Sektion, als auch meines Landesbereiches der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. bleibt erfreulich. Der Landesbereich I entwickelt sich kontinuierlich weiter und profitiert von engagierten Mitgliedern, neuen Impulsen und einer zunehmend belastbaren Struktur. Besonders wichtig ist mir dabei die Förderung neuer Verantwortungsträger.

PRIVAT

Bei allen beruflichen und ehrenamtlichen Aufgaben bleibt die Familie der wichtigste Bereich meines Lebens. Denn dort entscheidet sich, welche Werte, Haltungen und Erfahrungen wir an die nächste Generation weitergeben. Besonders gefreut haben mich die Fortschritte bei Projekten für meine Kinder. Wer Verantwortung für die nächste Generation trägt, denkt automatisch langfristiger. Eine starke Gesellschaft entsteht nicht zuerst in Institutionen, sondern in den Familien.

Auch sportlich war der Mai erfolgreich. Mein Ziel, mindestens 6.500 Kilometer aus eigener Muskelkraft zurückzulegen, bleibt anspruchsvoll. Gleichzeitig erinnert mich jeder absolvierte Kilometer daran, dass große Ziele immer aus vielen kleinen Schritten bestehen. Entscheidend ist Disziplin. In diesem Monat habe ich 596,69 Km zurückgelegt. Damit liegen nun bereits insgesamt 2.733,68 Km hinter mir. Bis zum Ende Mai hätten es 2.689,04 Km sein sollen. Ich konnte meinen Vorsprung also ausbauen und liebe nun 44,64 Km vor dem Soll. Im April war es noch 1 Km.

SCHLUSSGEDANKE

Fünf Monate des Jahres liegen hinter uns. Der Mai hat mir erneut gezeigt, dass Fortschritt nicht von perfekten Umständen abhängt, sondern von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Deshalb bleibt mein Anspruch unverändert, dort anzupacken, wo ich selbst etwas bewegen kann – beruflich, im Ehrenamt und privat. Verantwortung beginnt immer im eigenen Einflussbereich.



Nils Wolk · Wo Entscheiden Folgen hat.

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